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Markus Lüpertz Skulpturen


Viele sehen in Markus Lüpertz ein „Enfant terrible“ der zeitgenössischen Kunst, andere ein Genie, das immer wieder mit Gemälden, Skulpturen und anderen Arbeiten für spannende und sicherlich kontroverse Furore sorgt. Welcher Meinung man sich selbst auch anschließen mag, eins ist sicher: Markus Lüpertz zählt zu den bedeutendsten Künstlern unserer Zeit. Ihm gelingt es beispielsweise bei seinen Skulpturen, einerseits durch Reduktion Spektakuläres zu erreichen und andererseits durch eine bestimmte Gestik die Blicke des Betrachters auf das Motiv zu lenken und dort fast schon zu bannen.

 

Die Gedankenwelt

Gerade die Reduktionen machen es so spannend, sich auf die Werke von Markus Lüpertz einzulassen. Die Ausdrucksweise steht an erster Stelle, wenn seine Exponate lediglich aus Kopf und Gesicht bestehen. Betrachtet man dagegen seine Miniaturen, verkörpern diese eine ganz widersprüchliche Art des Grazilen, Fragilen und Anmutigen. Schließlich ist Lüpertz dafür bekannt, gängige Regeln der Kunst außer Acht zu lassen und stattdessen das unmöglich Erscheinende in die Realität umzusetzen.

Dabei fällt es dem Betrachter seiner Werke sicherlich schwer, das vor ihm stehende Exponat zu interpretieren. Wirft man allerdings einen Blick auf den Lebensweg des Künstlers und lässt sich auf die zahlreichen Stationen seiner Erfahrungen ein, erscheinen seine Skulpturen bald wie ein offenes Buch, das Markus Lüpertz seinem Gegenüber wohlwollend und oft sogar mit einem Zwinkern darbietet.

 

Herkules – Mensch oder Gott?

Mit seinen „Herkules“-Skulpturen zeigt Markus Lüpertz eine ganz andere Welt, denn er stellt den Helden nicht als mächtigen Sohn des Zeus und vermutlich größten griechischen Helden dar, sondern schenkt ihm menschliche Züge. Lässt man sich auf diese Skulptur ein, erscheint sie eher fragend statt fordernd, abwartend statt agierend. Vergleicht man sie mit „Herkules“ aus dem Jahr 2016, werden schnell Unterschiede deutlich. Denn nun stützt sich die kriegerische Sagengestalt auf die berühmte Keule, richtet den Blick nach oben und scheint in der Lage, jederzeit angreifen zu können.

Mythische Faszination

Auf andere Art und Weise fragil wirkt „Merkurius“, jener römische Gott, der dem griechischen Hermes entspricht. Er scheint geradezu auf der Erdkugel zu balancieren und sich damit über allem anderen hinwegzubewegen. Um Reduktion auf das Wesentliche geht es bei „Odysseus“. Markus Lüpertz ist es eindrucksvoll gelungen, direkt auf Anhieb Emotionen zu wecken.

 

Da die Heldentaten sowie Irrungen und Wirrungen des Odysseus weltbekannt sind, wäre es kein Wunder, hätte man bei der Betrachtung sofort Mitleid mit dem, dessen Geschichte vor dem eigenen, inneren Auge wie ein Film abläuft. Einen weiteren Ehrenplatz im Skulpturenwerk besetzt der römische Gott „Neptun“: kraftvoll, aktiv und vielsagend geschmückt mit den Komplementärfarben Rot und Grün, Gelb und Blau. Die Skulpturensammlung bereichern außerdem mythische Skulpturen wie „Herkules und der Stier“, „Europa“, „Paris“, die „Eule der Athene“ sowie das „Trojanische Pferd“.

 

Der Ausnahmekünstler

Man kann Markus Lüpertz beruhigt als Freidenker bezeichnen, allein die Welt seiner Skulpturen spricht für sich. So wendet er sich auch jenen legendären Genies zu, die mit ihren Werken die Musik bereits über Jahrhunderte hinweg prägten.

 

Seine „Mozart“-Miniaturen sind ebenso eindrucksvoll wie jene, die er im Rahmen des „Kunstprojektes Salzburg“ im Jahr 2005 erschuf und die vom ersten Moment an für Furore sorgte, da sie dem „künstlerischen Mainstream“ keineswegs entsprach: „Mozart – Eine Hommage“. Auch „Beethoven“ (2013) reiht sich in die Miniatur-Serie ein. Gleichermaßen beeindruckt Markus Lüpertz ein Jahr später mit seinem Beitrag für das „Kunstprojekt Bonn“. Hier präsentiert er eine monumentale und erneut eigenwillige Interpretation: des Musikgenies Ludwig van Beethoven. 552 Worte